Links, Rederei

Frank Frazetta ist tot

Er starb gestern, Montag 10.05.2010, nach einem Hirnschlag.

Damn.
frankfrazetta.org

Rederei

Denk drüber nach

Da ich in den nächsten fünf Tagen nur am arbeiten und auf der Ateliercouch schlafen sein werde, sind erstmal keine Updates hier zu erwarten. Aber ich dachte mir, dass ich euch für einen Kurzurlaub von mir zumindest noch etwas zum drüber Nachdenken mitgeben sollte.

Rederei

Epiphanie

Wie Axe mir die Erleuchtung brachte
Als ich gestern morgen unter der Dusche stand und mir zum wiederholten mal gedankenverloren Duschgel in die Haare rieb, hatte ich eine Epiphanie. Nicht nur habe ich irgendwann bemerkt, dass mein Shampoo eigentlich nicht blau ist. Sondern unter Äußerung eines “d’oh”, “oh”, “Ouuuuuhhhhh!” kam mir folgende Eingebung. Was wäre – dachte ich mir-, was wäre wenn ich einfach mal aufhören würde ein Idiot zu sein. Easy now, kein Grund zur Panik, ich weiß das klingt drastisch und ja ich bin mir bewusst, dass das in den Ohren mancher wie eine Unmöglichkeit klingt (halt Dich zurück M-P!). Aber bitte, gebt mir die Chance mich zu erklären!

Künstler sein
Künstler zu sein bedingt ja automatisch, dass man ein Idiot ist. Da sind wir uns wohl alle einig. Denn wenn man kein Idiot wäre, hätte man von vorneherein etwas anständiges gelernt! Doch ich bin mir sicher, dass es auch unter Idioten Abstufungen gibt. Ich mein … Forrest Gump! Kim Peek! Gilles Tréhin! Oskar Lafontaine Guido Westerwelle for christ’s sake. Ein Idiot zu sein muss also nicht zwangsläufig bedeuten, dass man dumm ist. Oder sich dumm anstellt. Wobei ich aber genau das seit geraumer Zeit mache.
Denn mehr als die Hälfte meiner Zeit verbringe ich mit Dingen, die mir nichts bringen. Via Skype und E-Mail Kritik und Kommentare zu Bildern und Verträgen, zu Honoraren und Buchempfehlungen zu geben macht mir Spaß, aber leider leider kostet mich das einiges. Vor allem Zeit. Ich könnte damit aufhören, aber das will ich gar nicht. Deswegen hört jetzt bloß nicht auf mich Sachen zu fragen, nur weil ihr das hier gelesen habt! Ich brauch doch irgendeine Rechtfertigung vor mir selbst, warum ich mir jeden Monat Bücher kaufe und soviel Zeit mit Lesen auch im Internet verbringe. Und ein klitzeganzminimarginalkleinwenig ist es ja auch schmeichelhaft, wenn man um seine Meinung gefragt wird. Aber das ist absolut, ganz und gänzlich vernachlässigbar für meine Überlegungen! Raubritterehrenwort.
Nein der Punkt an dem ich ansetzen kann und möchte, um mein Schaffen effizienter zu machen, ist ganz klar: “die Bilder”. Schaut euch den Blog an… im Grunde ist der komplette Bloginhalt für die Tonne! Ok da gibt es eine Hand voll Kunden die sich meinen Kram hier anschauen und durchlesen, aber dadurch kommt ja kein Job zustande. Denn meine Kunden sind eigentlich ausnahmslos alles furchtsame, unkreative, beschränkte und bei Unterbelastung vollkommen überbezahlte Werber (Hey Jo, Hallo Esther, Hola Marianne, .. ;D ). Selbst wenn sie mögen was sie hier sehen – und das ist sicher nicht immer der Fall -, die neue Sonderedition des VW Passats wird nunmal nicht mit stilexperimentellen Pornoillustrationen beworben. Was ich wirklich bedauerlich finde, aber so ist die grausame Realität.
Also was nun? Auf den Schweinekram verzichten, stilistischen Stillstand zelebrieren und den Kosmos Experimentierkasten eintüten und verstauen? I don’t think so. Aber irgendein neuer Rahmen muss her, denn so weitermachen wie bisher würde bedeuten.. nein geht nicht.

Da mir selbst gerade auffällt, dass ich es nicht beherrsche meine Ausführungen trotz Zynismus auf den Punkt zu bringen, geht es jetzt zur Abwechslung mal weiter mit geringfügiger Ernsthaftigkeit:

Fakten
Werbung ist mein hassgeliebter Nährboden. Würde ich von jetzt auf gleich mit Werbejobs aufhören, hätte das den Gang zur Arge zur Folge. Meine Einnahmen aus Print-, Sympathiefigurenzeichnen etc. sind vernachlässigbar.
Ich bin also trotz stilistischer Vielfalt und Flexiblität, eindeutig Einbeinig aufgestellt. Das ist unvernünftig aber nicht tragisch solange aus der Werbung die Jobs kommen.

Die einzige nicht unmittelbar zeichnerische Fähigkeit die ich zumindest theoretisch auf ein entgeltungswürdiges Niveau ausgebildet habe, ist die Vermittlung von Zeichentheorie. Das ist aber lediglich eine Vermutung basierend darauf,dass ich immer mal wieder um Rat, Tipps und Hinweise gefragt werde. Den ich dann gratis gebe. Schlecht? Zumindest aus marktwirtschaftlicher Sicht ja. Ich bin ja nicht bei google angestellt.

50-70% der eigentlich für Arbeit vorgesehene Zeit zur Aneignung und Vermittlung von Wissen in Wort und Bild aufzuwenden, ohne dafür in unmittelbarem Zusammenhang entlohnt zu werden, ist definitiv nicht wirtschaftlich.

Wege
Ich investiere alle verfügbare Zeit nur noch in Werbung (Storyboards, Layouts etc.) und baue mein Portfolio dahingehend so gut aus, dass auch die einseitige Aufstellung kein Problem mehr darstellt. Das ist keine Option für mich, da mir Werbejobs nicht ausreichen um mich kreativ auszutoben. Natürlich finde ich auch in Storyboards Herausforderungen und setze mir Ziele, aber “nur” Storyboards zu machen würde mich bald auslaugen.

Ich könnte eine Festanstellung anstreben, die Möglichkeit gäbe es auch im Storyboard-Bereich. Allerdings zu Konditionen die “Planungssicherheit” mit “Ausbeutung” gleichstellen. Außerdem würde eine Festanstellung bedeuten, dass ich die Dinge die ich derzeit nebenher mache, einstellen müsste.

Ich könnte in die Lehre gehen, eine Dozentenstelle und langfristig eine Professur anstreben. Diese Überlegung trage ich schon seit langer Zeit mit mir umher. Ich bin allerdings noch nicht solange aus dem Studium raus, als dass ich mich nicht noch daran erinnern könnte wie sehr ich mich über Dozenten/Professoren aufgeregt habe, die keine bis kaum (aktuelle) Praxiserfahrung haben. Es mag ein Fehler sein, doch bevor ich nicht ich mehr Erfahrungswerte gesammelt habe, ist eine Lehrtätigkeit irgendwie irrsinnig und für die Studenten/Schüler nicht förderlich.

Ich könnte mein Portfolio auf ein weiteres Anwendungsgebiet hin verändern. Also in der nächsten Zeit vermehrt Illustrationen zugeschustert auf den Verwendungszweck Buchillustration, Editorial, Livezeichnen oder ähnliches anfertigen und parallel zur Werbe-Akquise in diesen Bereichen Kundenwerbung betreiben. Das ist eine Option die ich nicht ausschließen möchte, denn bei meinen sonst zwecklos entstehenden Illustrationen ist ja hin und wieder bereits etwas dabei, was mehr oder weniger in eine Schublade zugesteckt werden könnte. Doch mein Problem damit ist, dass die Zweckbindung automatisch eine gewisse Stilfixierung bedeutet. Der Markt für Fantasybuchcover erwartet einen gewissen Stil für seine Coverillustrationen, und entweder bedient man diese Erwartungen oder eben nicht. Bedient man sie nicht, dürfte man allerdings recht schnell aus dem Markt raus sind.

Durch die gerade ausgeführten Auswege, konkretisiert sich mehr und mehr das eigentliche Ziel:
Nämlich bei möglichst großer kreativer Freiheit dem Standbein “Werbung” ein weiteres Bein dazuzugesellen, welches langfristig gesehen zur die Wirtschaftlichkeit meines Schaffens erhöht und mein Auskommen absichert.
Oder anders formuliert: Es soll möglichst so bleiben wie es ist, nur will ich Geld damit verdienen.

und Lösung(en)
Ich geh in Druck. Nein ich verfalle nicht zurück in den Zynismus vom Anfang. Es ist mein Ernst. Das ist meine Lösung.

Spätestens mit der Einführung des iPads, sind Bücher ein aussterbendes Relikt – denken viele. Ich stimme insoweit überein, dass die Digitalisierung von Konsumgütern (Filme, Musik) auch vor Büchern nicht halt machen wird, vor allem wenn – aber das muss sich noch zeigen – mit dem iPad möglicherweise eine alltagstaugliche Konsumform gefunden wurde und etabliert werden wird. Meine Entscheidung meine Lösung mit “Ich geh in Druck” zu betiteln beruht auf verschiedenen Statistiken/Erhebungen aus den USA zum Thema Rentabilität digitaler Musikabverkäufe für die Künstler. Optisch hübsch aufbereitet könnt ihr euch das bei Informationisbeautiful anschauen.
Ich bin mir darüber im Klaren, dass sich die Situation von Musikern nicht auf bildende Künstler übertragen lässt. Der größte und schwerwiegendste Unterschied dürfte sein, dass kein Normal-Bürger sich Einzelbilder bei itunes kaufen würde, selbst wenn es sie gäbe. Bilder werden entweder als Kunst, oder nur in oder für einen Kontext gekauft. Den Kunstmarkt mal außen vor gelassen, muss damit ich den Normal-Bürger als Kunden gewinnen kann, also ein Kontext her. Und da Bild/Text trotz iPads ein aktiv zu konsumierendes Gut bleibt, sind die rentabilitätsversprechende Verkaufszahlen für den bildenden Künstler wohl eher noch schwieriger zu erreichen als für den Musiker.
Rein emotional ohne dafür jedoch Nachweis zu haben, glaube ich allerdings, dass es leichter ist für ein finanzielles Zubrot monatliche Buchabsätze von bis zu 150 Exemplaren zu erreichen, als Monat für Monat digital 1200 Ausgaben zu verkaufen.
Allerdings nur wenn man sich nicht auf den nationalen Markt beschränkt.
Und, wenn man mehr als nur ein Buch zum Verkauf hat.

Der Selbstverlag (mein Vater wird den Part lieben!)
Es gab gerade mit Einführung des BookOnDemand-Prinzips massig Diskussionen um die Sinnhaftigkeit und das Stehvermögen von Kleinst- und Selbstverlagen. Diese Diskussion will ich hier nicht wiederholen. Wer sich dafür interessiert, dem wird jede Suchmaschine weiterhelfen können.
Der Selbstverlag macht für mich aus folgendem Grund Sinn, wobei meine Begründung und das muss ich eingestehen, nicht wirklich dem Wirtschaftlichkeits-Gedanken entspringt:
Kreative und vertragliche Vorgaben und Einschränkungen durch den Verwerter – etablierten Verlag.

Ein bereits etablierter Verlag hat und das ist klar, vor allem seine eigene Wirtschaftlichkeit zum Ziel und Zweck. Um diesem Ziel gerecht zu werden, werden Illustratoren und Autoren Verträge vorgelegt, die teilweise nicht weit von der Sittenwidrigkeit entfernt sind. Ich verstehe den Sinn (Einkommenssicherung und -maximierung) solcher Verträge für die Verlage, aber mein Verständnis von guter “Zusammenarbeit” sieht einfach anders aus. Und ich lasse mir auch nicht für einen Apfel und ein Ei die Bearbeitungsrechte für mein Schaffen abnehmen. Was wenn man manche Verträge liest, auch das Sorgerecht für die eigenen Kinder beinhalten könnte.
Die Verlagsstrukturen bedingen, dass ich trotz aller Zusicherungen immer Vorgaben zu erfüllen habe. Der Verlag möchte natürlich und verständlicherweise größtmögliche Sicherheit haben. Das bedeutet auch, dass sie schon vor Anfertigung der Bilder möglichst genau das Ergebnis absehen können möchten. Format-/Layout-/ oder gar Stil-Experiment? Egal was für ein Experiment es für den Künstler sein soll, für den Verlag ist es defintiv ein Experiment zu viel.
Ganz zu schweigen davon, dass der Verlag mir als Künstler fachfremde Personen vorsetzt, die teilweise meine Expertise mit hahnebüchenen “Ich habs meiner Tochter gezeigt, und die findet…”-Kommentaren abtun. Hört man da den Verdruss raus”?

Bevor Oli falls er die Zeit findet diesen Text zu lesen, mir jetzt realitätsfremde Romantisierung vorwirft: Ich fordere nicht, dass sich die Verlagsstrukturen verändern (außer in Hinsicht auf die Vertragskonditionen), ich führe nur auf, warum für mich die Zusammenarbeit mit Verlagen nicht als Weg gesehen wird, um aus meinem bis jetzt zwecklosen, unterschiedlichen Schaffen ein Einkommen zu generieren. Ich schließe auch nicht die Zusammenarbeit mit Verlagen für deren Projekte und unter deren Vorgaben (wobei wir über die Verträge dann vermutlich noch reden müssen) aus! Aber wenn ich mit dem was ich jetzt schon mache Geld verdienen möchte, dann muss ich dafür selbst den weiteren Vertriebsweg schaffen.

Was bedeutet das konkret für mich
Wie ich bereits sagte, werden Bilder (außer in Form von Kunst, oder von Künstlern) eigentlich nur in einem Kontext konsumiert. Das bedeutet für mich also, dass ich weniger sinnfreie Einzelbilder produzieren darf, sondern Ihnen nach Möglichkeit einen Text zur Seite stelle. Genauer: (Kurz-)Geschichten.
Ich glaube ich habe mich bereits mehrfach darüber ausgelassen, dass ich ein miserabler Autor bin. Dementsprechend werden erstmal sicher keine literarischen Perlen entstehen, aber egal wie die Geschichte sein wird, sie wird überhaupt mal da sein. Was mehr ist, als jetzt der Fall ist.

Den Anfang meines Vorhabens macht “Kisali” wovon ich gestern bereits zwei Bilder gezeichnet & gezeigt habe. Allerdings habe ich im Anschluss an diese beiden Bilder die fehlende Systematik in meinem Vorgehen bemerkt, weshalb ich als nächstes aus meinen Gedankenfragmenten zunächst versuchen werde, die Geschichte zu zuschreiben. Anhand der Kurzgeschichte werde ich dann erst die Illustrationen und die Form der Illustrationen zu bestimmen. Und dann gehts damit weiter.
Ich bin mir noch nicht ganz sicher darüber, wie viel des Entstehungsprozesses ich hier mitteilen soll und wieviel ihr bevor eine Geschichte “fertig” ist, ihr davon überhaupt sehen möchtet. Deswegen würde ich mich über jedes Feedback zu dem Thema und natürlich auch zu allem anderen, zuvor hier jetzt lange vorgetragenen, freuen. Egal ob per Skype, Mail oder natürlich auch gerne über die Kommentarfunktion!

Dieses Projekt ist work in progress. Aber immerhin ist es “progress”.

P.S.
Da egal wie lang der Text ist, ein P.S. immer gelesen wird. Hier nochmal in Kürze:
Ich hör nicht auf Pornokram zu machen. Meine anderen (nicht Auftragsbedingten) Bilder versuche ich aber in den Rahmen von Geschichten zu bringen. Die Geschichten will ich in irgendeiner Form selbst verlegen (Druck und/oder digital). Ist das Selbstmord? Was denkst Du? freue mich auf Feedback. Das wars. Bye.

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Kisali – 1 & 2 von 7


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…seems like I mistook them for plumbing tools

Macht keinen Sinn, ist aber gut für die Haut.

mal bis morgen liegen lassen. Ich wollte nen “neuen” Stil ausprobieren, aber das Ergebnis hängt so in der Mitte zwischen dem was ich normalerweise mache, und dem wo ich damit hinwollte.

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The yellow slippers you gave me on christmas the year before last year

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Long Distance Refuge

Ein Bild entstanden inspiriert mal wieder von gutem Post Rock. Und konkret gerade von Long Distance Calling und God is an Astronaut.

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Random Skizzen, Kritzelgrillen und Dr. Sketchys

Ich hab mal wieder abfotografiert. Ein paar Seiten fehlen da ich hier und da die Aufnahme verwackelt habe. Aber ich bin zu faul um die Seiten nochmal abzufotografieren. ;)





Kritzelgrillen bei Sebastian











Dr. Sketchys













Ja ich versuch mich tatsächlich wieder mehr mit Bleistift. Aber bis das nach was aussieht dauert wohl noch ne weile.

Mehr Kritzelgrill- und Dr. Sketchys Ergebnisse gibts mal wieder bei SketchHH zu sehen.

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hola

und als Ausgleich zum Sex-related Bildmaterial der letzten Posts, hier eine grüßende Süßigkeit an all diejenigen die trotz beschäftigungsbedingter Postpausen, immer noch regelmäßig hier reinschauen

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im