Graphic ExchanGE begeistert mich seit Juni letzten Jahres beinahe täglich aufs neue durch die vielfältigen aber stets herrausragend guten Designprojekte die dort vorgestellt werden. Egal ob Interior Design, Typo, Plakatgestaltung, Bücher, Geschäftspapiere, Packaging, … whatever. Fabien Barral stellt zusammen was ihm gefällt und ihn inspiriert. Und oft genug trifft das auch meinen Geschmack:
This is for you, because i so love to see you bouncing and jumping around happily behind your computer, when we skype.
Geschickt hats mir die incredible Mareikje gestern, die auch schon Bilder und von meinen Fotos vom Samstäglichen Sketchcrawl hochgeladen und geposted hat. Ich muss noch.
Autumn in Berlin
Sketchbook by Uwe Heidschötter
Selfpublished
ISBN: 978-3-00-030256-5
Wenn man Berlin besucht sollte man wohl die Danziger Straße aufsuchen, denn von dort aus sehen die Berliner mal richtig gut aus. Aber vielleicht liegt das auch nur daran, dass Uwe sie von seinem Fenster aus so gezeichnet hat.
Autumn in Berlin ist ein kleines aber feines Sketchbook von 60 Seiten, für Freunde von Uwes Strich und Alltagskleidungsleute-voyeuristen. Es gibt keine abgefahrenen Posen, keine Action-Sequenzen, keine Nazi-Kriegsaffen oder AmazonenZombieRoboter-Horden, es gibt was Uwe aus seinem Fenster sah: Leute. Und auch wenn das erstmal unspektakulär klingt, das ist es nicht mehr wenn man die Zeichnungen sieht.
Autumn in Berlin ist ein kleines Artbook für Leisetreter, für Herbstwindgenießer und Leute, die in Schichten über Schichten Kleidung nichts schlechtes sehen, weil diese dazu Anregen sich vorzustellen wer die Person darunter ist.
Puh. Den letzten Teil habe ich mir sowas von kreativ ausgedacht. Es ist manchmal gar nicht so einfach, so eine “Besprechung” zu schreiben. Ich mein, es ist halt ein Sketchbook. 60 Seiten, coole Zeichnungen, von Uwe Heidschötter. Buy it. Goddamnit!
Kostet übrigens 15€ inkl. Versand. Und zu beziehen ist es bei Uwe selbst. Für mehr Infos besucht seinen Blog. Dort gibt es noch ein wenig mehr Bildmaterial. Uwes Blog Mein vorheriges kleines Loblied auf Uwes Arbeiten
Gerd Grimm – nicht zu Verwechseln mit Gerhard Grimm – zeichnete, malte und illustrierte beinahe 60Jahre lang die schönen Damen dieser Welt.
Der Großteil dieser Frauenzeichnungen entstand als Illustrationen aktueller Mode für die sich zu der Zeit in Deutschland etablierenden Magazine “Die Dame”, “Elegante Welt” sowie die amerikanischen “Voque” und “Esquire”. Doch mit dem Siegeszug der Fotografie der natürlich auch vor den Modeillustrierten nicht halt machte, musste Grimm auf andere Bereiche ausweichen um mit seiner Kunst Geld zu verdienen. So entstanden dann unter anderem Werbeplakate für die Tabakmarke “Reval” und viele verschiedene Paperback-Cover.
Die Ausstellung zeigt laut Museumsflyer gut 150Zeichnungen von Grimm, was bei jemanden der über so lange Zeit kontinuierlich im Auftrag oder auch privat zeichnete, nur einen Bruchteil seines Schaffens darstellt. Doch ausgehend von dem wenigen was ich gesehen habe behaupte ich, dass Grimm ein Meister der eleganten Linienführung war. Ich weiß wie abgegriffen das Wort Eleganz in diesem Zusammenhang wirkt, doch ich halte es nicht nur wegen der thematischen Ausrichtung seiner Bilder für angebracht, sondern weil die dynamische, schwungvolle und zumeist dennoch prägnante Strich- und Pinselführung in seinen Zeichnungen genau diesen Eindruck bei mir hinterließ: Eleganz.
Mir fehlt der Überblick über den deutschen Illustrationsmarkt der 1920er – da begann Grimms Tätigkeit – bis zu seinem Tod 1998 – da war ich gerade in der 9. Klasse – und insofern kann ich seine Arbeit nicht in Vergleich mit den sonst in Deutschland produzierten Werken setzen, doch interessant fand ich die Ähnlichkeit sowohl was die formelhafte Ästhetisierung der Frau an sich, als auch der Zeichnung und die technische Ausführung der Zeichnung anbelangt, zu amerikanischen Illustratoren. Bei seinen Amerika Aufenthalten muss Grimm zwangsläufig mit dem amerikanischen Illustrationsmarkt in wechselseitigen Kontakt gekommen sein, insofern gehe ich davon aus dass er mit den Arbeiten von z.B. Coby Whitmore, Bernie Fuchs oder RobertMcGinnis in Berührung kam. Die Amerikanisierung des nachkriegsdeutschen Konummarktes wird ihr übriges für die Angleichung der Gebrauchskunstästhetik getan haben, weshalb ich und darauf gibt die Ausstellung leider keine Antwort, gerne wüsste wie sein Schaffen vor seinem ersten Amerika-Trip aussah und inwieweit konkret seine ersten Auslandsimpressionen Niederschlag fanden in seinem Schaffen.
Weit mehr und ausführlicher Auskunft für jeden Interessierten gibt die Internetseite der Grimm-Foundation, die zehn Jahre nach seinem Tod ins Leben gerufen wurde.
Einen Ausstellungskatalog oder eine andere, gedruckte Sammlung seines Schaffens habe ich leider nicht gefunden. Wenn also jemand weiß was woher, bitte bescheid geben.
Update 23.02.10: Wie mir Dirk Schindelbeck von der Grimm-Foundation auf E-Mail Nachfrage antwortete, gibt es leider (noch) keine Publikation über Gerd Grimm und seine Arbeiten. Sollte sich das ändern werde ich das natürlich hier mitteilen.
Das Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg ist über diese Sonderausstellung hinaus auch zu empfehlen. Es laufen parallel die Ausstellung “Nude Visions” zum Thema Nackt/Menschenfotografie, was zwar inhaltlich soweit ich das sehe nichts neues ist, aber vom Publikum immer wieder gesehen wird – und wovon bei mir lediglich ein Name, nämlich Anne W. Brigman hängen geblieben ist, – und eine Ausstellung über Ikea. Außerdem gibt es eine asiatische Sammlung wovon ich mir vor allem die zwei Räume mit japanischen Farbholzschnitten anschaute und noch einiges anderes Querbeet.
Als negativ muss ich anmerken, dass mir untersagt wurde zu zeichnen. Das führte zu einer gut 20minütigen Diskussion mit dem Garderobiere/Mitarbeiter im Foyer die aber nichts daran änderte, dass ich neben Jacke und Tasche auch mein Skizzenbuch und Stifte an der Garderobe abgeben musste. Das verkürzte meinen Museumsaufenthalt natürlich ungemein.
Und Fotografieren durfte man noch viel weniger.
Als ich dann meine Sachen wieder abholte, entschuldigte man sich aber bei mir mehrfach und ließ mich wissen, dass Zeichnen doch in Ordnung ist.
Danke! Aber heute nicht mehr.
Auch in der Pony Bar wird regelmäßig und zwar mittwochs LiveJazz gespielt. Die Örtlichkeit ist aber sehr klein weshalb man nicht so viel Gelegenheit zum Zeichnen bekommt.
Und gestern abend wurde sich auch wieder getroffen, wobei zumindest bei Chris und mir der Schwerpunkt auf dem Dreschen von Phrasen lag und wir nicht sooo viel gezeichnet haben. Aber “Gespräch” muss ja auch mal sein.
Noch ein paar Erwähnungen mehr und der Blog hier wird in Bälde gänzlich Florian zugeschrieben. Aber wenn er halt so gute Arbeit macht, dann muss das auch erwähnt werden. Mehrfach, wenn es sich anbietet.
Und das tut es in diesem Fall, denn Florian hat zu seiner Diplomarbeit das Making-Of-Pdf zum Download bereitgestellt und auf seiner Internetseite Bilder/Fotos zusammengestellt. Den Download und den Besuch auf seiner Internetseite kann ich nur empfehlen.
Mein Name ist Steven Bagatzky, ich bin 26 Jahre alt, mittlerweile Diplom Designer und bereits seit einigen Jahren als freiberuflicher Illustrator unterwegs. Wannabeartist.com war die Domain die ich mir als Jungspund sicherte um meine kreativen Ergüsse der Welt zu präsentieren und noch heute dient mir dieser Ort dazu, mein persönliches Schaffen nach Außen zu tragen.
Ich habe eine Portfolio-Seite auf der Du kommerzielle Beispielarbeiten von mir sehen kannst. Storyboards, Layouts und anderes findest Du einfach und schnell hier: http://www.bagatzky.de