Ich überlege schon seit Jahren mich tättowieren zu lassen. Einige Zeit lang waren traditionelle, an die Körperform angepasste japanische Motive die einzigen Tattoos die für mich in Frage kamen und ich wollte es mir auch in traditioneller Manier stechen lassen, nachdem ich das aber mal aus der Nähe sah bin ich davon wieder abgekommen. Optisch bin ich immer noch von japanischen Tattoos angetan, keine Frage, doch ich komme aus einem vollkommen anderen Kulturkreis, habe nichts mit der japanischen Lebensweise am Hut und finde mich im Stil dieser Tattoos einfach nicht wieder. Da das Tattoo ein Teil von mir sein wird, soll es auch zu mir passen. Es muss also etwas eigenes werden. Das hier ist meine erste Grobskizze.
Das Tattoo soll eine reine Graustufen/Schwarz-Zeichnung werden.
Die derzeit ganz grob angedeuteten Kirschblüten und sprießenden Kirschen sind natürlich auch eine Homage an die japanischen Tattoomotive, allerdings verwende ich sie nicht nur als Symbol für das Leben/den Lebenszyklus sondern auch in der europäischen Bedeutungsperspektive der Liebe/Lust/Leidenschaft.
Schwalben sind wie alle Tiere entsprechend verschiedenster Kulturkreise auch mit unterschiedlichen Bedeutungen belegt aus denen man frei wählen kann. Ich habe die Schwalbe aus folgenden Gründen gewählt:
Vögel und Geflügel werden generell mit Paarungswilligkeit/begeisterung in Verbindung gesetzt.
Die Schwalbe wählt einen einzigen Partner und bleibt bei diesem. Das kann ich zwar nicht von mir behaupten wenn es um Frauen geht, wohl aber wenn es um das bildnerische Gestalten/die Kunst geht.
Die Schwalbe als Zugvogel ist ein Symbol der Freiheit.
Um die 50er Jahre tättowierten sich gerne junge Boxer eine Schwalbe auf die Hand als Symbol für Geschwindigkeit. Wer Schwalben auf seinen Händen trug, hatte ein schnelles paar Fäuste. Ich bin zwar kein Boxer, dennoch lässt sich diese Bedeutung auch auf mich übertragen.
Die fragmentarische Wiederholung der Schwalbe ist eine Versinnbildlichung dass ich nicht ohne gewisse Persönlichkeitsstörungen bin.
Die aufsteigende Schwalbe wird von Fäden an die Erde gebunden, denn auch die Schwalbe ist an das Weltliche gebunden. An den Fäden sollen blutstropfen hinablaufen um zu zeigen, dass der Wunsch nach künstlerischer Freiheit nicht ohne Preis kommt und mit Einschnitten verbunden ist.
Es gibt noch verschiedene andere Symbole die ich gerne in das Tattoo einbinden möchte, jedoch noch keine Möglichkeit hierfür gefunden habe. So dachte ich unter anderem daran, den Kirschbaumstamm in ein Schlangenhautmuster übergehen zu lassen als Metapher dafür, dass man im Laufe seines Lebens verschiedene Häute anlegt und hinter sich lässt. Sah aber nicht wirklich gut aus.
Rein kompositorisch ist der Kirschbaumstamm und die 2 Fäden als auf den Unterarm auslaufendes Element unzureichend, da bedarf es noch etwas im Hintergrund.

Parallel dazu, dass ich mir konkreter Gedanken um das Motiv mache beginne ich jetzt mit der Suche nach einem Tättowierer. Da es mein erstes Tattoo ist, das großflächig werden wird und mir sehr wichtig ist suche ich natürlich einen Tättowierer mit Erfahrung. Wichtig ist mir auch, dass mir der Tättowierer sofern es anbegracht ist, auch davon abrät es stechen zu lassen. Ich habe eine Bindegewebsschwäche und bin mir nicht sicher ob es so geschickt ist darüber zu stechen.