

Noch schnell ein Quickie bevor ich übers WE wieder nur Arbeit erledigen werde.

Demnächst wird bei Zwerchfell die zweite Ausgabe des Zombie-Comics “die Toten” erscheinen.
Mit dabei dieses mal eine 32seitige Geschichte geschrieben von Andi Völlinger, gezeichnet von Till Felix und koloriert von mir.
In Till Felix’ Blog sind getuschte Panels als Vorschau zu sehen, im Toten-Blog immerhin drei kolorierte Panels.

Früher als eigentlich geplant bin ich wieder vom Skizzenfestival zurück in Hamburg. In den zurückliegenden 5 Tagen habe ich viel gezeichnet, neue Leute kennengelernt, leider nur ein wenig die Stadt Stralsund kennengelernt und neben überwiegend positiven Eindrücken ein komplett beim Festival gefülltes, ein ein drittel volles und ein leeres Skizzenbuch mit nach Hamburg zurück genommen.










Mehr Fotos (von den Sonnenmachern = Organisatoren) gibts bei Flickr.
Das Skizzenfestival läuft noch bis zum 30.7, wer also Zeit und Lust hat sollte Geschwind nach Stralsund fahren um dort Leute kennenzulernen, Workshops mitzumachen und um zu zeichnen zeichnen zeichnen….
Wenn alles eingesackt ist und ich auch wieder mental zur Normalität zurückgekehrt bin werde ich nochmal ausführlicher was zum Skizzenfestival schreiben. Dann gibts auch ein paar Seiten aus dem Skizzenbuch zu sehen, erstmal nur Fotos.
Da der Autor Frank-Maria Reifenberg beide Cover bereits auf seiner Seite zeigt, denke ich, kann ich das auch tun.
Es war geplant, dass ich Buchcoverillustration und Innenillustrationen für die Buchreihe anfertige. Nachdem Missverständnisse geklärt wurden, musste ich dann aber absagen, da sich das Projekt für mich nicht in einem rentablen Rahmen umsetzen lies. An meiner statt hat wie ich den Belegexemplaren entnehmen konnte, Sebastian Schulz bzw. d4ddykhaine aus dem Comicforum die Innenillustrationen angefertigt. Herausgegeben werden die Bücher vom Thienemann-Verlag. In der Verlagsprogrammvorschau (Flash) finden sich die Infos zu Speedkidzz ab Seite 96
Meine Illustrationen wie ich sie angelegt hatte


und die fertigen Cover


Man beachte in der Verlagsprogrammvorschau auf Seite 98 den Störer “Mit Graphic Novel Anteilen”
….
seriously!?
Wer sich wundert wofür ich derzeit meine bei den Temperaturen etwas geminderten Energien aufwende, findet die Antwort im DAF.
Leider ist das DAF derzeit von immer mal wieder aufkommenden Downtimes geplagt. Die können mehrere Stunden währen. Ich hoffe das wird bald gefixed.
Im DigitalArtForum (DAF) gibt es seit kurzem einen Thread in dem die Illustratoren alte Skizzen nach heutigem Können neu auflegen. Den Thread als Anlass und um Maike ein wenig zu unterhalten, habe ich gestern Abend meine alten Skizzen durchforstet und die folgende Zeichnung ausgewählt 
Skizze 027 aus 781 dokumentierten Skizzen, aus dem Jahr 2004.
Und das habe ich gestern Abend draus gemacht.

Die Neubearbeitung ist denke ich, zweifelsohne stimmungsvoller, aber unkritisch kann ich auch sie nicht sehen. Aber bevor ich meine eigenen Kritikpunkte anbringe, hier die Erläuterung meines Gedankenganges zur Neugestaltung.
Die alte Skizze zeigt sowas wie einen Ork und einen Ritter die sich gegenüberstehen. Als Umgegung dient eine Höhle, Licht von rechts oben und gesehen aus einer mittleren Distanz.
Alles in allem… banal, unspannend & uninteressant da defintiv keine Geschichte erzählt wird und nicht mal eine Atmosphäre transportiert wird.
Da versucht die Neubearbeitung anzusetzen – also zumindest bei der Atmosphäre.
Um des Vergleiches Willen sind Betrachterstandpunkt, Perspektive, Links/Rechts-Aufteilung und Setting gleich geblieben.
1. Format: Cinemascope’esque – das Format ist nach Gefühl mit dem Croptool angelegt. 16:9 ist schon nicht mehr episch genug, ich bevorzuge breitere Formate, weshalb die Datei ein Format von 2263x900px hat.
2. Basisfarbton: Blau – das war einfach. Zum einen hab ich ein Faible für fast monochrome Blaubilder, zum andern unterstützt es den episches Aufeinandertreffen & Gefahr-Aspekt. Nicht ohne Grund sind viele “vorsicht total ernsthaft”-Actionfilme mit einem entsättigenden Blaufiltern bearbeitet.
3. Tonwertsetup: LowKey – die Höhle bietet sich dafür einfach an, d.h. dunkle Farben überwiegen. (Vorsicht: in der Druckvorstufe wird mit LowKey-Bildern das genaue Gegenteil bezeichnet, nämlich Bilder mit wenig Schwarzanteil [CMY Key = Schwarz])
4. Kontraste: Tonwert- und Warm-/Kalt-Kontrast – durch die vorherigen Entscheidungen sind das die logischen Kontrasteinsatzmöglichkeiten. Gerade der Tonwert-Kontrast dient dann auch noch unterstützend dem Transport des figuralen Kontrastes.
Formkontrast bietet sich hier nicht an. Detailkontrast kommt zwar zum Einsatz, aber dazu gleich noch mehr
5. Inhaltliche Aufbereitung: Aus “Streetfighter: Ork vs. Ritter” wird “Ritter aus dem Licht ahnt/weiß nahende Gefahr in Form eines Monsters, sieht sie aber nicht”. Immer noch nicht viel Inhalt, aber zu einem einfachen StandOff der beiden Figuren konnte ich mich nicht durchringen.
-> Staging:
Gemäß der zuvor für mich getroffenen Entscheidungen waren die groben Platzierungen schnell gemacht und die Bühne für beide Figuren schnell präpariert. Jetzt kommen die “Detail”-Entscheidungen.
Weils schnell geht, eigentlich immer und gut funktioniert und sich hier besonders anbietet, habe ich die Bühne sehr eindeutig in Vorder-/Mittel-/Hintergrund angelegt.
Die Vordergrundelemente mit ihrer starken Unschärfe suggerieren Nähe zum Betrachter. Der Betrachter wird in das Bild hineingezogen, trotz des distanzierten Standpunktes. Die vorragenden Schemen dienen außerdem dazu, die durch den distanzierten Standpunkt eigentlich gewährte Übersicht über das Geschehen, aufzubrechen.
Der Hintergrund ist eine grob gezeichnete und stark abstrahierte Textur, die nur im Kontext mit dem restlichen bild als Fels interpretiert werden kann. Ich hätte mit entsprechendem Aufwand eine ausgearbeitete Felswand malen können, doch das hätte ungewollt Aufmerksamkeit vom Mittelgrund – dem Austragungsort des Geschehens – weggezogen.
Vorder- und Hintergrund sind detailperspektivisch reduziert angelegt um dem Mittelgrund die volle Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.
Der inhaltlichen Aufbereitung folgend habe ich unter anderem den Ork in eine erhöhte Position gesetzt. Er überragt den Ritter, er hat mehr Überblick, er kann sehen und hat die bessere Ausgangsbasis für eine Attacke. Um die Bedrohungssituation zu unterstützen habe ich den Ritter in seiner Gestik “offen & unwissend” und für die Situation unpassend dargestellt. Schild zur Seite, offene Körperfront, zur Seite gewendeter Kopf, Schwert nicht zur Attacke bereit – der Ritter macht sich selbst zum zu schlachtenden Schwein auf dem Präsentierteller. Soweit so nachvollziehbar.
Die tonale Ausgestaltung indes, wird für Zweifel sorgen. Denn ich habe bewusst die Lesbarkeit (im Sinne von sofortige Erkennbarkeit der beiden Figuren) gemindert. Ich habe zur Inhaltskommunikation den Tonwertkontrast eindeutig auf die beiden Figuren gelegt und den Ork/das Monster den Schatten anheim gegeben. Ich möchte die Bedrohung weniger (an-)greifbar haben, für den Bildakteur als auch für den Betrachter. Um dem Betrachter dennoch den entscheidenden optischen Hinweis zu geben “da ist noch was” bekam der Ork dann, eine hart vom Schatten hervorstechende, beleuchtete Schwertklinge.
Desweiteren habe ich versucht, durch das im Schatten verschwinden lassen des Orks, den Betrachter auch an der Sicht-/Erlebnisweise des Ritters teilhaben zu lassen. Der krasse Wechsel der Lichtverhältnisse (Ritter kommt aus dem sehr hellen Bereich in einen sehr dunklen) bedingt, dass man erstmal nichts/wenig sieht. Durch diesen Kontrasteinsatz wird der Betrachter weiter ins Bild hineingezogen.
Die komplette tonale Ausgestaltung fußt auf dem Gedanken, den Betrachter trotz des distanzierten Standpunktes so stark wie möglich in das Bild einzubinden und die Identifikation mit dem Ritter zu ermöglichen.
meine eigenen Kritikpunkte an der Neubearbeitung:
Geringe Inhaltsdichte wenn man überhaupt von Inhalt sprechen kann. Warum passiert die Szene? Hätte man dem zu erwartenden physischen Konflikt “mehr” hinzufügen können!?
Bei den Felsen war ich faul und habe keinerlei Räumlichkeit des Felsvorsprungs bedacht, sondern wild drauflosgesprenkelt.
Auch faul war ich bei der Fauna, die ist nämlich nicht vorhanden. Eigentlich müsste dort, wo das Licht hereinkommt im Kontrast zum sonstigen Höhleninneren, Gräser zu sehen sein. Auf den unmittelbar umliegenden sowie durch reflektiertes Licht beleuchteten Steinen mindestens Moos. Für beides hatte ich gestern keinen Nerv mehr.
Ich glaub ich mach des Ritters Kopf nochmal neu.
Das wars soweit.
Kurzfassen ist nicht meine Stärke, sorry.
Ich hab euch zum Abschied nochmal ne Frau gemalt.
Leider aber darf ichs nicht zeigen, weil auch noch ein Mann im Bild ist und der irgendwas mit seinem Pimmelmann macht.
Doof ne.
Ich bin dann nämlich mal in Erlangen. Zwar nicht ab sofort sondern erst ab morgen, aber bevor die Reise angetreten wird muss noch einiges erledigt werden.
Es ist mein erster Salon seit 2002 glaube ich. Ich freu mich drauf, auch wenn die Comic-Album Pläne – die ich in Erlangen Verlagen antragen wollte – mit Dirk ja den Bach runter gegangen sind (Curse you, Dirk! Curse you!
)
Montag werde ich mich wieder zurückmelden, mit Bericht und Fotos. Bis dahin…
Schöne Woche mit der Jugendfreien Version meines Bildes:
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Heute ists passiert. Ich hab Umme Ecke verlassen und bin ins Dachwerk gezogen. Umme Ecke war ein toller Start für mich, ich hoff hier beim Dachwerk gehts genau so weiter. Und ich hoff auch, dass Du Till, bald zu den Neunern stoßen kannst!

Und ein Danke nochmal an Tobias ohne den ich den Schreibtisch nicht rübergetragen bekommen hätte!
Und irgendwie ist mir gerade mal wiederdanach. Hach Nostalgie!
Und nein, ich sitze nicht mit dem Fenster im Rücken. Das Cintiq steht (auf dem Foto unsichtbar) zur Wand. Man sieht den Zweitmonitor von hinten. Nicht den Arbeitsmonitor.Ich weiß, keine Bilder ohne Geschichte und so. Aber im moment habe ich zuviel Sachen im Kopf, als dass ich mich darauf konzentrieren könnte. Tatsächlich habe ich seit letzter Woche nichts mehr gezeichnet gehabt, sondern mich nur mit Zahlen, Texten und mehr Zahlen beschäftigt. Was zwar interessant, dringend nötig und wenig “Mut machend” war (Ich rate dringend davon ab, Illustrator zu werden!), aber es hielt und hält mich weitestgehend davon ab bildhaft und kreativ tätig zu werden.
Für heute hatte ich mir aber vorgenommen, auf jeden Fall irgendwas zu malen. Und herausgekommen ist der folgende Versuch in Richtung Fotorealismus. Was wirklich anstrengend/zeitintensiv war, da meine Entwicklung tendentiell in die andere Richtung geht. Aber trotzdem wars ne schöne Übung um zu sehen, ob/was ich kann.

100%
